24.09.2018

Bangen um Kohlernte in Deutschland

Ernteausfälle von über 35 Prozent erwartet

 

Esslingen / Bad Friedrichshall / Fritzlar. Herbstzeit ist Krautzeit. Für das typisch deutsche Gemüse beginnt mit dem Oktoberfest die Hochsaison. Doch während die Nation bei Bier, Haxen und Sauerkraut in den Zelten der Festwiese feiert, bangen der Markenhersteller Hengstenberg und seine Vertragslandwirte um die Kohlernte. Das Unternehmen und seine Landwirte prognostizieren Ernteausfälle von über 35 Prozent mit drastischen Folgen für das Produktionsprogramm.

Kleine Köpfe, hängende Blätter, ausgetrockneter Boden: Der Hitze-Sommer hat auf den Kohlfeldern Deutschlands Spuren hinterlassen. Die Ernte wird wahrscheinlich so schlecht ausfallen, wie schon lange nicht mehr. Eigentlich braucht die Kohlkultur für ihr Wachstum eine kühlere, feuchte Witterung. Entsprechend schlecht ist der Weiß- und Rotkohl auf den Feldern gewachsen.
 

„Miserabel und katastrophal“
„So miserabel wie in diesem Jahr sah es noch nie aus.“, berichtet Markus Kratzmüller von seinen Kohlfeldern nahe Bad Friedrichshall. Sein landwirtschaftlicher Familienbetrieb beliefert Hengstenberg seit Jahrzehnten und kann sich an eine ähnliche Situation nicht erinnern. Teilweise wiegen die Köpfe nur rund 2,5 Kilo und damit halb so viel, wie gewöhnlich. Auch Landwirt Dirk Rauthe aus der Region Fritzlar beschreibt die Lage als katastrophal. Er rechnet damit, in diesem Jahr nur halb so viel Kohl wie sonst zu ernten. 
 

Hitze zu groß für eine effektive Bewässerung
Ein Großteil der Hengstenberg Vertragslandwirte baut den Kohl im Umkreis der beiden Hengstenberg Werke in Fritzlar (Hessen) und Bad Friedrichshall (Baden-Württemberg) an. In beiden Regionen fehlt seit Monaten Niederschlag. Mit einer Bewässerung der Kohlfelder versuchten einzelne Landwirte den fehlenden Regen auszugleichen. Doch aufgrund der Hitze und starken Verdunstung war diese nicht immer effektiv. Selbst auf den intensiv bewässerten Feldern gibt es darum Ertragsausfälle. Hinzu kam die Wasserknappheit in den Regionen. Sie führte dazu, dass die Landwirte nicht mehr kontinuierlich ihre Felder beregnen durften.
 

Dramatische Folgen für das Produktionsprogramm
Viele der Hengstenberg Landwirte werden die vertraglich vereinbarte Liefermenge nicht halten können. „Wir prognostizieren starke Einbußen für unser Mildessa Produktionsprogramm und dramatische Folgen für die Auslastung unserer Fabriken.“, so Geschäftsführer Philipp Hengstenberg, der für die Supply Chain zuständig ist. Die prekäre Situation betrifft nicht nur Hengstenbergs Anbaugebiete, sondern auch andere Gebiete in Deutschland und Europa. Auf dem gesamten Rohwarenmarkt ist die Situation für die Kohlbeschaffung sehr angespannt.
 

Deutschland als eines der wichtigsten Anbaugebiete
Deutschland gehört zu den weltweit wichtigsten Anbaugebieten für Kohl. Hengstenberg ist mit der Krautmarke Mildessa Marktführer und bietet vielfältige Sauerkraut- und Rotkohl-Produkte. Dabei setzt das Unternehmen bewusst und aus Überzeugung auf Kohl aus deutschem Anbau und auf regionale Verarbeitung. „Nur so können wir die hohe Qualität von der Saat bis zur Ernte und Verarbeitung garantieren und kurze Wege vom Feld in die Dose ermöglichen.“, sagt Philipp Hengstenberg.
 

Hoffnung auf Regen für die späten Kohlsorten
Aktuell bleibt den Landwirten und dem Unternehmen nur zu hoffen, dass der Ernteertrag bei den späten Kohlsorten etwas besser ausfällt. Voraussetzung aber ist, dass der Herbst niederschlagsreich wird und die Köpfe noch Bereitschaft haben, zu wachsen. Sollte dies nicht der Fall sein, wird sich die Situation weiter zuspitzen.

Ansprechpartner:   Andrea Thiemt
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