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Kinder und Saures

Vollwertig essen, viel trinken und ausreichende Bewegung – das sind die drei Säulen, die eine gesunde Ernährung bei Kindern unterstützen. Wenig Zucker und Fett, viel frisches Obst, Gemüse und Salat, wenig Fleisch und viel Getreide - sowie Milchprodukte fördern eine ausgewogene Ernährung.

In dem Zusammenhang sind wir der Thematik „Kinder & Saures“ nachgegangen und haben Experten dazu befragt:

1. Falsche Ernährung bei Kindern kann zu erheblichen Mangelerscheinungen führen. Was können wir Erwachsene , aber auch Hersteller von Lebensmitteln dagegen tun?

IKK Baden-Württemberg: Durch eine gelebte Vorbildfunktion können Erwachsene diesem Fehlverhalten entgegen wirken. Wird eine gesunde Ernährung in der Familie vorgelebt, übernehmen Kinder diese Ernährungsweise. Als Hersteller kann man sich auf die Produktion von Lebensmitteln konzentrieren, die möglichst nicht zu fett, zu süß und zu salzig sind. Neben verarbeiteten Nahrungsmitteln sollten auch Grundnahrungsmittel im Fernsehen beworben werden.

Dipl.-Ökotrophologin Alexandra Krotz: Wir tun den Kindern einen großen Gefallen, wenn wir eine Vorbildfunktion einnehmen. Das bezieht sich aber nicht nur darauf, was wir essen, sondern auch wie wir essen. Dabei spielt z.B. das gemeinsame Speisen mit der ganzen Familie eine zentrale Rolle. Denn Essen ist eben nicht nur reine Nahrungsaufnahme, sondern ist auch in höchstem Maße eine soziale Veranstaltung. Diese Erfahrungen, negative wie positive, prägen ein Kind sehr und haben maßgeblichen Einfluß auf das spätere Essverhalten.

2. Inwieweit sehen Sie unsere Produkte als nützlich für die Entwicklung der Kinder an?


IKK Baden-Württemberg: Milchsauer vergorene Produkte sind förderlich für eine gute Verdauung und sie sind meist kalorienarm. Und wenn sie schonend hergestellt sind, dann sind diese Produkte auch gute Vitamin- und Mineralstofflieferanten.

Dipl.-Ökotrophologin Alexandra Krotz: Milchsauer vergorenes Kohlgemüse wie z.B. Sauerkraut sollte auch in den Speiseplan bei Kindern eingebaut werden. Jede Menge Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente machen Sauerkraut zu einem außerordentlich gesunden Lebensmittel. Mit 17 kcal bei 100g ist Sauerkraut kalorienarm und macht lange satt. Sauerkraut sorgt für eine geregelte Verdauung und stärkt die Abwehrkräfte.

3. Ist es wahr, dass Kinder gerne Saures essen und warum?

IKK Baden-Württemberg: Je kleiner, farbiger und in der Form spielerischer das Produkt ist, desto besser wird es von Kindern akzeptiert. Kleine Gürkchen, Silberzwiebeln, Maiskölbchen zum Aufspießen, verpackt mit einem „Sauer macht lustig“ – Spiel sind in der Beratungspraxis ein wirksamer Zugang, Kinder für diese Produkte zu motivieren. Vorausgesetzt die Eltern nehmen sich Zeit zum Arrangieren und sind wiederum Vorbild.

Dipl.-Ökotrophologin Alexandra Krotz: Welche Geschmacksvorliebe Kinder im Laufe ihres Lebens entwickeln, hängt maßgeblich von ihrer Ernährungserziehung ab und wie ihre Geschmackswahrnehmung geschult wird. Werden sie früh mit sauren oder herzhaften Lebensmitteln konfrontiert, wird das Geschmacksspektrum Richtung sauer/herzhaft erweitert.

4. Übergewicht bei Kindern nimmt in den Ernährungsdiskussionen einen immer größeren Stellenwert ein. Welche Empfehlung können Sie uns als ausgebildeter Experte diesbezüglich geben, bzw. wie können wir die Wahrnehmung in der Bevölkerung in diesem Problemfeld verstärken?

IKK Baden-Württemberg:
Es sollten mehr Informationen über die präventiven Wirkungen von Grundnahrungsmitteln in allen Medien (insbesondere TV) und durch Verbrauchermärkte der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Ähnlich wie es bei der Kampagne „ 5 am Tag“ der Fall war, die das Ziel hatte, den Obst- und Gemüseverzehr zu erhöhen.

Dipl.-Ökotrophologin Alexandra Krotz: Übergewicht bei Kindern ist ein besorgniserregendes Problem. Jedes 5. Kind und jeder 3. Jugendliche gilt nach jüngsten Berichten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als zu dick. Experten sprechen schon von einer Epidemie. Die übergewichtigen Kinder von heute werden die diabetes- und herz-kreislaufkranken Patienten von morgen sein. Um dies zu verhindern, ist es das A und O, den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder zu nutzen, aber natürlich auch, für eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse zu sorgen. Verbote von Fast Food und Süßigkeiten ist dabei keine Lösung. Vielmehr sollte der moderate Umgang damit der Königsweg sein. Den Kindern spielerisch eine gesunde Ernährung nahe zu bringen, ist dabei der einfachste Weg.

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